Stauden

Schwimmteich - Highlight im Garten

Klares Wasser, kein Chlor und dennoch Badespaß im eigenen Garten. Der Schwimmteich ist eine Alternative zum Swimmingpool.

Deswegen entscheiden sich inzwischen viele Gartenbesitzer für Schwimmteiche. Das ist eine interessante Kombination aus Pool und Teich: Man kann in ihnen schwimmen, dennoch braucht das Wasser nicht unbedingt Reinigungs-Chemikalien. Nicht zu vergessen: der Biotop-Charakter des Gewässers. Der Teich integriert sich ganz natürlich in den Garten - ein vor die Haustür geholtes Naherholungsgebiet.

Unbestreitbarer Vorteil: Der Schwimmteich ist zu jeder Jahreszeit schön und praktisch. Baden im Sommer, Eislaufen oder Eisstockschießen im Winter.

Natürlicher Badespaß Foto: Schwimmteich

Ein Schwimmteich braucht weniger Pflege und kostet im Unterhalt auch weniger als ein echter Pool. Gekachelt und voller Technik erfordert der Pool einen vergleichs- weise hohen Aufwand an Chemikalien und Filteranlagen. Der Schwimmteich dagegen ist ökologisch sinnvoll, weil komplett auf umweltschädliches Chlor verzichtet werden kann. Im günstigsten Fall entfällt aufwändige Technik sogar ganz.

Der Grund: Die normalerweise ohne Zugabe von Chlor auftretenden Verunreinigungen werden durch einen einfachen Trick verhindert: Der Teich - er sollte zwei Meter tief sein - wird in zwei Zonen aufgeteilt, von denen die eine die Badezone darstellt. Die andere ist die sogenannte Regenerationszone, in der das Wasser durch Pflanzenwurzeln und Mikroorganismen von Keimen und überflüssigen Nährstoffen gereinigt wird.

Diese Reinigungszone sollte ungefähr zwei Drittel des Teiches ausmachen und ausreichend mit Unterwasserpflanzen wie Tausendblatt, Wasserpest oder Laichkraut bepflanzt sein. Die Flachwassersektion des Teiches kann mit Schilf, Wasserminze, Blutweiderich, Binsen oder Schwertlilie begrünt werden. In dieser Uferregion fühlen sich dann auch amphibische Teichbewohner wie Frösche oder Molche wohl.

Ist der Schwimmteich einmal fertig bepflanzt, dauert es nicht lange bis sich die ersten Bewohner wie Libellen, Rückenschwimmer oder Gelbrandkäfer ansiedeln. Deren Larven ernähren sich unter anderem von Stechmückenlarven und dezimieren so die Menge der blutsaugenden Plagegeister. Weitere Bewohner wie Wasserschnecken oder Teichmuscheln müssen eingesetzt werden, sorgen aber dann ergänzend für eine bessere Wasserqualität. Ein kleines Manko, das ein solcher Badeteich mit sich bringt, wird wohl nur Angler enttäuschen: Auf das Einsetzen von Fischen sollte verzichtet werden, da deren Ausscheidungen das empfindliche Biotop zusätzlich aus dem Gleichgewicht bringen würden.

Eine nützliche wie auch optisch reizvolle Ergänzung ist ein kleiner Bachlauf. Dieser versetzt das fließende Wasser mit Sauerstoff und reinigt es zusätzlich. Ordentlich geplant und angelegt kann in einem Schwimmteich nahezu Trinkwasserqualität erreicht werden.

Die Höhe der Baukosten liegt in etwa bei der eines normalen Pools, der Unterhalt dagegen ist erheblich günstiger. Denn der Reinigungsaufwand beschränkt sich auf gelegentliches Entfernen einer etwaig angesammelten Schlammschicht in der Badezone und dem Abfischen von heruntergefallenen Blättern.

Ist das Biotop einmal fertig, bietet es im Sommer bei Bedarf wohltuende Erfrischung direkt im eigenen Garten und sieht das ganze Jahr über gut aus. Nicht zu vernachlässigen ist die angenehme Wirkung auf das unmittelbare Klima in der nächsten Umgebung, das die Pflanzen und Kleinstlebewesen verbreiten. Ein Schwimmteich ist also das ganze Jahr über ein echtes Highlight im Garten - nicht nur für Kinder. (Christian Peter)

Schwimmteich-Tipps

Schwimmteich-Experte Günther Quentin gibt Tipps zu Planung, Bau und Pflege des Schwimmteichs.
Ein Schwimmteich ist eine ökologische sinnvolle Alternative zum konventionellen Swimmingpool: Geringe Betriebskosten, Badespaß und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt machen ihn für Gartenbesitzer attraktiv. Landschaftsarchitekt Günther Quentin gibt Tipps zu Planung, Bau und Pflege.

Bauantrag

In den meisten Bundesländern sind Schwimmteiche bis 100 Kubikmeter Bodenaushub - das entspricht etwa 70 Quadratmeter Wasserfläche - genehmigungsfrei. In der Regel müssen drei Meter Abstand zur Grundstücksgrenze eingehalten werden. Um auf Nummer Sicher zu gehen, ist vor dem Baubeginn eine Nachfrage beim zuständigen Landesbauamt ratsam.

Lage

Die besten Orte für Schwimmteiche sind sonnige und wenig bewachsene Plätze, denn Bäume und Büsche in naher Umgebung führen zu starker Verschmutzung. Die Einleitung von Wasser sollte einfach und schnell möglich sein.

Selber bauen und planen

Eigenleistungen sind beim Bau eines Schwimmteiches gut möglich. Es gibt Schwimmteiche als Selbstbausätze zu kaufen. Eine Beratung ist sinnvoll, um grobe Fehler zu vermeiden.

Größe des Teichs

Nutzbar wird die Fläche des Schwimmteiches ab einer Größe von etwa 30 Quadratmetern. Um angenehm schwimmen zu können, sollten mindestens 50 Quadratmeter eingeplant werden. Wer mehr Platz hat, der sollte auch großzügig planen und bauen.

Aushub

Die Aushub-Erde kann besonders in flachen Gärten zur Geländemodellierung verwendet werden. Reizvoll sind Hügel. Uferwälle dienen zudem als Windschutz und eigenen sich zur Bepflanzung. Durch die Verwendung eigener Erde lassen sich Kosten einsparen.

Wasser

Sehr klar, aber teuer: Wasser aus der Wasserleitung. Billiger ist Regenwasser, zum Beispiel aus einer Zisterne. Weitere Alternative: ein eigener Brunnen. Für den ist allerdings ein gesonderter Bauantrag zu stellen.

Folie

Damit kein Wasser versickert, sollte der Schwimmteich mit Folie ausgelegt werden. Empfehlenswert: 1,5 Millimeter dicke PVC-Folie mit Gewebeverstärkung. Ein etwa 20 mal 30 Zentimeter breiter Streifen rund um den Teich aus sehr grobem Kies verhindert ebenfalls, dass Wasser in den angrenzenden Boden sickert.

Kosten

Die Kosten für einen Schwimmteich variieren je nach Größe und Bepflanzung. Rund 25.000 bis 30.000 € kostet ein Teich mit etwa 50 Quadratmetern. Faustregel: Bei durchschnittlicher Ausstattung kostet jeder Quadratmeter rund 500 €.

Pflege

Die Pflege von Schwimmteichen ist in der Regel recht einfach. Bei neuen Teichen bilden sich anfangs meist Algen, die abgefischt werden sollten. Es gibt auch biologische Mittel, die den Algenwuchs auf natürliche Art einschränken. Auch ein separater Pflanzenfilter kann Abhilfe schaffen. Eine Säuberung zweimal im Jahr reicht, wenn ein leicht zu reinigender Laub- und Schmutzfang an der richtigen Stelle eingebaut ist.

Zubehör und Extras

Notwendiges Zubehör: ein guter Kescher, um Schmutz und Algen aus dem Teich zu fischen. Schöne Extras: eine Beleuchtung, besonders eine Unterwasserbeleuchtung, die unbedingt vom Fachmann installiert werden sollte. Schön und praktisch: Wasserfälle und ein Bachlauf; so wird das Wasser bewegt und mit Sauerstoff angereichert. Auf einem Holzsteg kann man sich Sonnen. Er dient aber auch der besseren Nutzung und Pflege des Schwimmteichs. (Kirsten Hanslik)

Quelle: http://www.immowelt.de

© Kottenstede Galabau | Am Landhagen 56 | 59302 Oelde | Tel: 02522-63245 | Fax: 02522-63277 | www.kottenstede-oelde.de